03 Feb
03Feb

Du kennst diese Situation wahrscheinlich gut: Dein Hund läuft die Treppe hoch, kommt genauso schnell wieder herunter und wirkt dabei völlig unbeschwert, fröhlich, motiviert und voller Energie. Und trotzdem bleibt da dieses leise Gefühl im Hinterkopf: Ist das wirklich gut für ihn? Oder ist es für seinen Körper eine Überbelastung? Viele Hundehalterinnen und Hundehalter machen sich darüber kaum Gedanken. Treppen gehören einfach zum Alltag, im Wohnhaus, im Keller, in der Garage oder unterwegs in der Stadt. Oft lassen sie sich gar nicht vermeiden. In diesem Beitrag erkläre ich dir, wann Treppen für deinen vierbeinigen Freund problematisch sein können und in welchen Situationen du sie besser vermeiden solltest. 


Warum dieses Thema so wichtig ist 

Der Körper unserer Fellnasen ist nicht dafür gemacht, regelmäßig Stufen hoch- und runterzugehen. Vor allem dann nicht über Monate oder Jahre hinweg. Diese wiederholte Belastung wirkt schleichend auf seine Gelenke und zeigt ihre Folgen oft erst spät. Wird das Thema ignoriert, können sich mit der Zeit Gelenkverschleiß, Überlastungen von Hüfte und Wirbelsäule, Rückenschmerzen, muskuläre Verspannungen und im Alter deutliche Bewegungseinschränkungen entwickeln. Häufig werden diese Veränderungen erst bemerkt, wenn der Hund sich anders bewegt, langsamer wird oder Schmerzen zeigt. Je früher du verstehst, wie stark Treppen den Körper deines Hundes beanspruchen, desto besser kannst du seine Beweglichkeit, seine Lebensfreude und seine Lebensqualität langfristig erhalten. 


Können Hunde Treppen steigen – ja oder nein? 

Die ehrliche Antwort ist: Es gibt kein pauschales Ja oder Nein. Ob Treppen für deinen Hund problematisch sind, hängt von mehreren Faktoren ab. Dazu zählen sein Alter, seine Größe und sein Gewicht, sein Körperbau, seine Bewegungsqualität, mögliche Vorerkrankungen und auch, wie häufig er Treppen nutzen muss. Was jedoch für alle Hunde gilt: Es bedeutet eine Überlastung für die Gelenke. 


Warum Treppen für Hunde so anspruchsvoll sind 

Der Hundekörper ist auf eine gleichmäßige Fortbewegung in der Ebene ausgelegt. Beim Treppensteigen passiert biomechanisch etwas völlig anderes. Beim Hinaufgehen müssen vor allem die Hinterbeine deutlich mehr Kraft aufbringen. Hüfte und Knie werden stärker gefordert, während der Rücken permanent stabilisiert werden muss. Beim Hinuntergehen wird es noch anspruchsvoller: Das Körpergewicht muss bei jedem einzelnen Schritt abgefangen werden, die Gelenke wirken wie Stoßdämpfer, und die Vordergliedmaßen sowie die Wirbelsäule werden stark belastet. Dabei werden auch Hüften und Wirbelsäule noch stärker beansprucht als beim Hinaufgehen. Dieser Unterschied wird häufig unterschätzt. Langsames, kontrolliertes Hochgehen kann sogar die Muskulatur der Hinterbeine kräftigen. Das bedeutet aber nicht automatisch, dass es völlig gesund ist oder gezielt als Training oft genutzt werden sollte. Beim Hinuntergehen entstehen deutlich höhere Stoßkräfte. Viele Hunde springen einzelne Stufen oder laufen sehr schnell. Dabei wirken bei jedem Schritt Kräfte, die weit über dem normalen Gehen liegen. Genau hier entsteht das größte Risiko. Wenn Treppen unvermeidbar sind, ist das Hinuntergehen immer der sensiblere Teil. Vermeide es immer, wenn du die Möglichkeit hast. 


Das Alter deines Hundes spielt eine entscheidende Rolle 

Bei Welpen und Junghunden ist der Bewegungsapparat noch nicht vollständig entwickelt. Je nach Größe dauert diese Phase unterschiedlich lange. Kleine Hunde sind meist bis etwa acht Monate in der Entwicklung, mittelgroße bis ungefähr zwölf Monate und große Hunde teilweise bis zu zwei Jahre. In dieser Zeit können Treppen die Gelenkentwicklung negativ beeinflussen. Schäden entstehen dabei selten sofort, sondern zeigen sich oft erst Jahre später. In diesem Alter solltest du deinen Hund wirklich nur dann Treppen laufen lassen, wenn es nicht anders geht. Auch ein gesunder erwachsener Hund ist nicht automatisch geschützt. Häufige Treppennutzung kann langfristig zu Überlastungen führen, selbst wenn dein Hund zunächst keinerlei Beschwerden zeigt. Ab etwa sieben Jahren verändert sich die Situation in der Regel erneut. Die Gelenke werden steifer, die Muskelkraft nimmt ab, die Regenerationsfähigkeit lässt nach, und unsere Fellnasen beginnen, Muskulatur abzubauen. In dieser Lebensphase solltest du Treppen möglichst reduzieren oder ganz vermeiden. In diesem Alter ist zudem die Sturzgefahr höher, da die Koordination und das Körpergefühl nicht mehr so gut sind wie in jungen Jahren. 


Was ist mit Hunden, die bereits Probleme haben? 

Hier ist die Antwort klar. Treppen sind nicht empfehlenswert. Hunde mit Gelenkproblemen, Rückenbeschwerden, Hüftproblemen, Lahmheiten, neurologischen Erkrankungen oder allgemeinen Bewegungseinschränkungen belasten ihren Körper auf der Treppe zusätzlich. Auch wenn dein Hund scheinbar problemlos hoch- oder runtergeht, heißt das nicht, dass es ihm guttut. Hunde kompensieren sehr lange und zeigen Schmerzen oft erst spät. 


Ist der Aufzug wirklich besser? 

Ja, ganz klar. Ein Aufzug ist keine Verwöhnung, kein Luxus und kein übertriebener Schutz. Er ist eine einfache und effektive Maßnahme, um Gelenke und Rücken zu entlasten – unabhängig von Größe oder Alter des Hundes. Wenn du die Wahl hast, ist der Aufzug fast immer die bessere Entscheidung. 


Ein ruhiger Blick auf das Ganze 

Es geht nicht darum, Angst zu machen oder den Alltag unnötig kompliziert zu gestalten. Treppen lassen sich nicht immer vermeiden, und ein paar Stufen werden deinem Hund nicht sofort schaden. Der entscheidende Punkt ist das Bewusstsein. Wenn du verstehst, dass Treppen eine Belastung darstellen, triffst du automatisch bessere Entscheidungen für dein vierbeiniges Familienmitglied. Oft reichen schon kleine Anpassungen im Alltag aus, um langfristig viel zu bewirken. 


Zusammenfassung 

Hunde können Treppen steigen, aber sie sind dafür nicht gemacht. Besonders während des Wachstums und im Alter stellen Treppen ein Risiko für Gelenke und Rücken dar. Das Hinuntergehen ist dabei deutlich belastender als das Hochgehen. Je seltener dein Hund Treppen nutzen muss, desto besser für seine Beweglichkeit und seine Lebensqualität. Wo immer es möglich ist, lohnt es sich, Alternativen zu wählen. Weniger Belastung heute bedeutet mehr Bewegungsfreiheit morgen.

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